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Verwundet und verbunden

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Verwundet und verbunden

Lebenskreuze

Eine neue Form

Der bekannte ökumenische Kreuzweg "Lebenskreuze" geht in diesem Jahr neue Wege in neuer Gestalt. „Das hat natürlich mit Corona zu tun. Gemeinsames Pilgern und Begegnung mit Menschen ist in der jetzigen Situation nicht in angemessener Weise möglich“, erklärt die evangelische Mit-Initiatorin Marleen van Nieuwenhuijzen-Krause. „Wir stehen in einer Situation, die neu ist: Ausnahmslos alle Menschen sind vom Kreuz der Pandemie – direkt oder indirekt – betroffen. Ängste, Nöte und Sorgen sind nicht auf bestimmte Personengruppen beschränkt. Wir alle müssen jetzt viel mit uns selbst ausmachen“, ergänzt die katholische Co-Organisatorin Bärbel Knieps. Darum wurde das Konzept der aktuellen Lage angepasst, praktisch wie spirituell. Das Lebenskreuz macht jeweils für eine Woche in einer Kirche Station und lädt in den Öffnungszeiten ein zu persönlicher Stille, Gebet oder Meditation.

Die Nöte ans Kreuz

Auf Zetteln können Gedanken, Hoffnungen oder Gebete notiert und in einen Kasten gesteckt werden. Am Ende der Woche entsteht daraus durch den Vorbereitungskreis ein ‚Wochengebet‘. „Schreiben Sie auf, was Ihnen durch den Kopf geht“, ermuntert Gemeindereferentin Mildred Ruppert, die für die Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler dem Initiativkreis angehört, „vor allem aber: Nageln Sie Ihr Kreuz (Leid), das Sie beschäftigt, das Sie ins Wort gebracht haben oder auch nicht aussprechen können, das Sie niederdrückt, vielleicht auch ärgert und wütend macht, ans Kreuz.“
Verbinden Sie sich so symbolisch mit dem Kreuz Jesu. Nägel und Hammer (natürlich auch Desinfektionsspray!) liegen neben dem Kreuz dafür bereit. „Nägel können zu Verwundungen führen, denken wir nur an Karfreitag. Doch sie sind andererseits auch stabile, unkomplizierte und schnelle Verbindungen“, erläutert die handwerklich versierte Theologin die Aktion.

In guter Tradition

Der gemeinsame Prozessionsweg „Lebenskreuze“ ist eine lebendige Tradition ökumenischer Verbundenheit in der Kreisstadt. Er sucht einmal im Jahr Orte auf, wo Menschen mit Schwerem zu tun haben. Von Hospiz bis THW, vom Krankenhaus bis zur Tafel wurden bislang zahlreiche Stationen in einem gemeinsamen Fußmarsch besucht, mit Vertretern der Einrichtungen gesprochen und symbolisch ein Nagel in das mitgeführte „Lebenskreuz“ geschlagen. „Wir planen, in Zukunft wieder zu diesem Modus zurückzukehren, denn wir verstehen christliches Leben immer auch als Dasein für andere“, blickt Bärbel Knieps nach vorne.

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