Gemeindeversammlung

Bericht der Gemeindeversammlung
Informationen aus dem Presbyterium

Dr. Melanie Schmitt berichtete über aktuelle personelle und organisatorische Entwicklungen in der Gemeinde.
Pfr. Jörg Eckert unterstützt die Gemeinde seit Mai befristet bis zum 30.04.27.
Pfr. Sung Kwon Kim wurde gewählt; seine Einführung ist für den 20.09.2026 um 15:00 Uhr im Gemeindehaus vorgesehen.
Pfr. Friedemann Bach wird zum 30.11.2026 in den Ruhestand gehen; eine Entpflichtung ist für den 05.12.2026  im Gemeindehaus geplant.
Pfr. Thomas Rheindorf hat zum 01.04.2026 einen Auftrag der Landeskirche übernommen.

Weiter wurde erläutert, dass perspektivisch nur noch zwei Pfarrstellen zur Verfügung stehen werden; nur eine der freien Stellen soll wiederbesetzt werden.

Judith Kwade nimmt an einer Weiterbildung in der Krankenhausseelsorge teil; ihre Beauftragung ist für den 18.10.2026 in der Friedenskirche geplant.
Simon Eickhoff beginnt ebenfalls eine Weiterbildung in der Krankenhausseelsorge.
Jana Seifert ist seit dem 17.05.2026 als Prädikantin tätig.

Andrea Stenzel wird die Gemeinde zum 30.09.2026 verlassen. Ihr wurde für ihren hervorragenden kirchenmusikalischen Dienst gedankt; die Verabschiedung ist für den 27.09.2026 im Gemeindegottesdienst in der Friedenskirche vorgesehen. Das Presbyterium berät derzeit über die Wiederbesetzung der Stelle sowie über die Besetzung der Jugendleiterstelle. Dabei wurde auf die notwendige Verzahnung von Kirchenmusik und Jugendarbeit hingewiesen.
Matthias Grüll ist seit Januar als Küster tätig.

In der anschließenden Fragerunde fragte ein Gemeindeglied nach dem Dienstumfang von Thilo Mohr. Es wurde mitgeteilt, dass dieser weiterhin im Dienst sei, aktuell jedoch mit reduziertem Stundenumfang von zwölf Stunden und voraussichtlich weiter reduzierend.

Ein Gemeindeglied fragte nach der geplanten Verzahnung nach dem Weggang von Andrea Stenzel. Es wurde erläutert, dass Kirchenmusik weiterhin ein Aushängeschild der Gemeinde bleiben solle. Vorgesehen seien ein Kantor sowie ein Jugendleiter; die Stellen sollen entsprechend besetzt werden.

Wiederaufbau und Umbau der Martin-Luther-Kirche

Harmen Eckert und Volker Langenbach stellten den aktuellen Stand des Wiederaufbaus und der Umbauplanung der Martin-Luther-Kirche vor.

Zunächst wurde erläutert, dass es bereits vor der Flut Überlegungen zum Umbau der Martin-Luther-Kirche gegeben habe. Anlass hierfür seien unter anderem die schlechte Heizung, fehlende Lagermöglichkeiten, mangelnde Barrierefreiheit, unzureichende Wärmedämmung, fehlende Energieeffizienz sowie Einschränkungen bei der Nutzung der Empore und der Akustik gewesen. Eine Umsetzung sei damals aus finanziellen Gründen nicht möglich gewesen.

Nach der Flut habe sich durch den notwendigen Wiederaufbau die Möglichkeit ergeben, die Kirche nicht lediglich eins zu eins wiederherzustellen, sondern ein neues Nutzungskonzept zu entwickeln. Ziel sei eine offene, einladende und zukunftsfähige Kirche, die den veränderten Rahmenbedingungen sowie den sinkenden Besucher- und Gemeindegliederzahlen Rechnung trägt.

In die Planungen seien Vorgaben der Landeskirche sowie Rückmeldungen aus der Gemeinde, unter anderem aus der Gemeindeversammlung 2022, eingeflossen. Vorgesehen seien insbesondere Barrierefreiheit, CO₂-effiziente Bauweise, verbesserte Wärmedämmung und Energieeffizienz.

Die Kosten für die Wiederherstellung würden durch die ADD getragen; darüberhinausgehende Kosten müsse die Kirchengemeinde selbst übernehmen. Der Bauantrag wurde im Mai 2025 gestellt, die Baugenehmigung erfolgte am 17.07.2026. Die Ausschreibungen laufen.

Geplant seien unter anderem die Abtrennung der Empore zur Verbesserung der Wärmeeffizienz, eine Dämmung des Daches, eine abgehängte Decke, der Anschluss an Fernwärme sowie der Einsatz von Fußboden- und Warmluftheizung. Die Fenster sollen teilweise durch eine zweite Glasebene beziehungsweise zweifache Verglasung energetisch verbessert werden.

Das Seitenschiff soll vom Hauptschiff abgetrennt und neu gegliedert werden. Vorgesehen seien ein Fahrstuhl zur Herstellung der Barrierefreiheit, Räume für Gemeindezwecke, eine Sakristei (die bisherige ist aus Brandschutzgründen nicht mehr zulässig), zwei WCs und ein Abstellraum im oberen Bereich sowie ein Kirchcafé und ein Küsterraum im unteren Bereich.

Für den Altarraum seien bewegliche Elemente vorgesehen (Altar, Kanzel, Taufbecken), im Hauptschiff  Stühle anstelle von Bänken. Das Christusmosaik beziehungsweise Kreuz solle durch Retabelflügel, einen Rahmen und eine Lichtinstallation in liturgischen Farben besonders hervorgehoben werden. Eine zeitweise Verdeckung, anlassbezogen, wurde erläutert.

In der Präsentation wurde der ursprüngliche Plan der Martin-Luther-Kirche aus dem Jahr 1950, Bilder der zerstörten Kirche sowie Visualisierungen des möglichen künftigen Kirchenraums gezeigt. Es wurde außerdem auf die Visitation des Kirchenkreises gemeinsam mit Baufachleuten hingewiesen; auch dem Präses seien die Überlegungen erläutert worden. Gegen das vorgestellte Vorgehen wurden keine Einwände erhoben.

Anhand von Bildern und Visualisierungen wurde gezeigt, wie die zukünftige Kirche nach Abschluss der Maßnahmen aussehen kann.

Volker Langenbach stellte sich als Projektleiter vor und erläuterte die vorgesehene Zeitschiene. Die Kirchengemeinde habe ihn im Februar 2024 mit der Projektleitung beauftragt. Ziel sei es, das Vorhaben geordnet und verlässlich „in den sicheren Hafen“ zu führen.

Die zeitliche Planung wurde im Anschluss vorgestellt. Als vorgesehener Eröffnungstermin wurde der 04.06.2028 benannt.

Aussprache und Rückfragen

Ein Gemeindeglied äußerte für eine Gemeindemitgliederinitiative Kritik daran, dass diese aus seiner Sicht nicht ausreichend in die Planung einbezogen worden sei. Er führte aus, man habe im März 2026 durch einen Presseartikel erfahren, welche Maßnahmen geplant seien, und hätte sich eine frühere Information gewünscht. Außerdem wurde vorgetragen, dass aus Sicht der Initiative zunächst nur der Wiederaufbau, nicht jedoch der Umbau bekannt gewesen sei. Das von einem Gemeindeglied angesprochene Papier solle aus seiner Sicht als Grundlage beziehungsweise Anlage der Gemeindeversammlung berücksichtigt werden.

Auf die Frage, wie die Gemeinde einbezogen worden sei, wurde noch einmal darauf verwiesen, dass in der Gemeindeversammlung vom 06.06.2022 sowie in der anschließenden Veröffentlichung im Gemeindebrief die Umbauplanungen einschließlich des Rückbaus der Empore und der Verlegung der Sakristei vorgestellt worden seien. Zur Frage, weshalb kein eins-zu-eins-Wiederaufbau erfolge, wurde erläutert, dass Umbauüberlegungen bereits vor der Flut bestanden hätten und nach der Flut die dafür geeignete Situation entstanden sei. 

Ein Gemeindeglied kritisierte die Kommunikation und Führung der vergangenen Jahre. Er sprach sich grundsätzlich für Vertrauen in das Presbyterium aus, forderte jedoch eine solidere und transparentere Information der Gemeinde, um Gerüchten und Spekulationen vorzubeugen. Als Beispiel nannte er Gerüchte über einen möglichen Verkauf der Friedenskirche nach Fertigstellung der Martin-Luther-Kirche.

Ein Gemeindeglied äußerte sich zum Christusmosaik. Er schilderte dessen persönliche Bedeutung für ihn und sprach sich gegen eine Verdeckung des Mosaiks aus. Er betonte, dass ihn die Vorstellung verletze, das Christusmosaik aus praktischen oder profanen Gründen zu verdecken.

Dr. Melanie Schmitt nahm den Wunsch nach mehr Transparenz auf. Sie sagte zu, dass Informationen zu den Themen auf der Homepage bereitgestellt werden sollen, damit Gemeindeglieder die Inhalte nachlesen können. Zugleich wies sie darauf hin, dass das Presbyterium unterschiedliche Sichtweisen und Bedenken berücksichtige, am Ende jedoch Entscheidungen treffen müsse. Diese seien gerade im Ehrenamt nicht immer leicht.

Ferner wurde auf bestehende Verschwiegenheitspflichten des Presbyteriums hingewiesen. Bestimmte personelle oder noch nicht abgeschlossene Entscheidungen dürften nicht öffentlich weitergegeben werden.

Volker Langenbach dankte einem Gemeindeglied für dessen Wortmeldung. Er erläuterte, dass die geplante Gestaltung des Christusmosaiks beziehungsweise Kreuzes nicht als Abwertung, sondern als stärkere Hervorhebung verstanden werden solle. Durch einen Rahmen und eine mögliche zeitweise Verdeckung solle die Sensibilität für die Bedeutung des Kreuzes erhöht werden. Dabei verwies er auch auf flexible Nutzungskonzepte von Kirchenräumen.

Harmen Eckert griff die Frage nach Gerüchten auf und stellte fest, dass Verantwortung nur bei denjenigen liege, die Gerüchte in Umlauf brächten oder weiterverbreiteten.

Zu den Ausführungen eines Gemeindeglieds wurde von Seiten des Presbyteriums darauf hingewiesen, dass die Themen seit vier Jahren bekannt seien und intern mit korrekteren Zahlen geprüft und entschieden worden seien. Einzelne Darstellungen in einer Mail an die Landeskirche wurden als bösartige Unterstellungen zurückgewiesen. Die Mail sei unter anderem an den Superintendenten und den Präses gerichtet gewesen. Falsche Sachverhalte müssten aus Sicht des Presbyteriums richtiggestellt werden.

Pfr. Jörg Eckert betonte, dass die Gemeindeversammlung gerade der Ort sei, an dem solche Fragen und Rückmeldungen eingebracht und besprochen werden könnten.

Ein Gemeindeglied erklärte, dass sie das von einem Gemeindeglied verteilte Papier nicht gelesen habe. Sie fragte zudem, weshalb weitere genannte Personen beziehungsweise Unterstützende nicht auf dem Papier aufgeführt seien.

Ein Gemeindeglied merkte an, es sei ihm darum gegangen, der Gemeindeversammlung die Kenntnisnahme des Papiers nicht zu verwehren. Aus seiner Sicht enthalte die Gemeindeversammlung keine geschützten Informationen. Sollte es solche Informationen geben, entstünden daraus seiner Auffassung nach, keine Hindernisse das Papier dennoch zu zeigen.

Weiter wurde darauf hingewiesen, dass ein Gemeindeglied nach eigener Darstellung nicht allein handele. Bereits im ersten Schreiben seien Namen weiterer Gemeindeglieder genannt worden; mehrere Gemeindeglieder unterstützten seine Anliegen.

Ein Gemeindeglied ergänzte, er sei bestürzt darüber, dass in der Martin-Luther-Kirche Einrichtungen geschaffen werden sollten, durch die das Mosaik verdeckt werden könne. Er sprach in diesem Zusammenhang von einer möglichen Profanierung der Kirche.

Ein Gemeindeglied bekräftigte, dass sie bestürzt darüber sei, dass das Christusmosaik aus ihrer Sicht „weg“ solle. In diesem Zusammenhang wurde auch die Sorge geäußert, dass Herr Rheindorf die Absicht hatte, die Lutherrose zu entfernen.

Dr. Melanie Schmitt stellte klar, dass das nicht geplant sei, das Christusmosaik „wegzunehmen“. Vielmehr solle das Kreuz beziehungsweise Mosaik durch einen Rahmen und eine Lichtinstallation mit liturgischen Farben aufgewertet werden. Wenn die Kirche geöffnet sei, solle es grundsätzlich sichtbar sein; eine Verdeckung sei allenfalls zeitweise denkbar. Unterschiedliche Sichtweisen hierzu wurden zur Kenntnis genommen.

Zum Gerücht eines möglichen Verkaufs der Friedenskirche wurde ausdrücklich erklärt, dass es hierfür keine Pläne gebe.

Ein Gemeindeglied bewertete die Gemeindeversammlung als gut und regte an, solche Versammlungen regelmäßig stattfinden zu lassen. Der Austausch sei wichtig. Außerdem wurde angeregt, verschiedene Informationswege zu nutzen, unter anderem den Internetauftritt, Aushänge und den Gemeindebrief.

Weitere Anliegen und Abschluss

Weitere Anliegen wurden nicht vorgebracht.

Rüdiger Stiehl sprach dem Presbyterium seinen Dank für die umfangreiche und zeitintensive Arbeit aus, die ein solcher Umbau mit sich bringt. Er betonte, dass dies insbesondere für ehrenamtlich Engagierte mit einem erheblichen Einsatz an Zeit und Kraft verbunden sei.

Pfarrer Bach beendete die Versammlung mit dem Schlusssegen.